Spielzeit: ca. 120 Min. ab 12 Jahren
Spielort: Kinoptikum Uhrzeit: 20:00 Uhr Datum: Donnerstag, 12.03.
Spielort: Kinopolis Kino 9 Uhrzeit: 15:00 Uhr Datum: Samstag, 14.03.

D-A-CH Wettbewerb 6

In den Minuten vor einer Nachrichtensendung im Radio, in unzähligen Einträgen in anonymen Echokammern online oder auf der Feier nach der Premiere eines Theaterstücks – die wahren Dramen spielen sich oft in der Peripherie ab. Eingeengte Kammerspiele der Eitelkeiten oder die Stille vor dem Sturm auf der Bühne der Weltpolitik: 47 Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz treten neben Schillers Bretter, die unsere Welt bedeuten, und erlauben einen Blick hinter die Kulissen.

„Das war die Kritikerin der Süddeutschen Zeitung.“ Eben noch hat der Regisseur des Theaterstücks mit arrogant geschwellter Brust mit der fremden Frau gestritten. Dann fällt dieser eine Satz seiner Schauspielerin – und eine wütende Panik macht sich in ihm breit. Auf ihrer eigenen Premierenfeier hat sie ihn ins offene Messer laufen lassen. Doch FINE, der Schauspielerin, ist das inzwischen egal. Die Gespräche mit Kolleg*innen und Bewunderern fühlen sich hohl an; hinter hochtrabenden Worten gähnt eine ignorante Oberflächlichkeit. Sie macht sich auf die Suche nach einem echten Gespräch, einem greifbaren Moment menschlicher Wahrhaftigkeit.

„Wir sind wahrscheinlich die ersten, die das Senden werden.“ Mit diesen schlichten, aber entscheidenden Worten drückt die Redakteurin dem Nachrichtensprecher in der Radiostation ein Blatt in die Hand. Da klingelt auch schon das Telefon; am anderen Ende spricht der Verteidigungsminister. Selbstverständlich soll die Pressefreiheit keinesfalls angegriffen werden, aber vielleicht könnte man die Wortwahl des Berichts noch etwas „modulieren“? DEAD AIR, die „tote Luft“, jene gefürchtete, unbeabsichtigte Stille während einer Radioübertragung. Was hört man, was sagt man, und was verbirgt sich in den Tiefen dieser drückenden Stille?

Der Code rattert über den Bildschirm. Wie in der Matrix wirkt er als kryptisch-technisches Medium, das in unserer realen Welt ein neues Bild formt: Ein FORUM im Internet, ein virtueller Raum, in dem man physisch nicht existiert und paradoxerweise gerade deshalb so ungehindert man selbst sein kann. Man wird beinahe „mehr Mensch“ und sieht doch die eigenen Kommunikationspartner nicht mehr. Menschen, die man entmenschlichen kann, um zu sich selbst zu finden. Das kann eine einfache Entladung von Alltagsfrust sein oder aber die Bühne für illegale und menschenverachtende Handlungen bieten.

D-A-CH Wettbewerb 6

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