Spielzeit: ca. 120 Min. ab 12 Jahren
Spielort: Kinopolis Kino 1 Uhrzeit: 17:30 Uhr Datum: Samstag, 14.03.

Internationaler Wettbewerb 7

Sehen und gesehen werden: Hinter dieser oberflächlichen Redewendung kann sich viel mehr als Eitelkeit verbergen. Es ist das zutiefst menschliche Bedürfnis, in seinem Wesenskern erkannt und akzeptiert zu werden. Das Gegenteil dieser Anerkennung ist die systematische oder existenzielle Unsichtbarkeit. Ob durch soziale Exklusion oder radikale Einsamkeit: Die Angst, ungesehen zu bleiben, rührt an unseren elementaren Drang, in einer bedeutsamen Form wirklich zu sein.

Ein leerer Raum, die Farbe blättert von den Wänden. Einzig durch ein kleines Fenster fällt ein wenig warmes Licht. Hierher wurde der Fänger im Auftrag der Regierung bestellt. Man raunt sich etwas zu von einer unsichtbaren, krank machenden Gefahr.
Er stellt einen dünngittrigen Käfig auf den Boden, füllt einen Napf mit Körnern und setzt sich wartend daneben. Ganz zart vernimmt man den Ruf eines Singvogels in der Tristesse des Zimmers, doch er bleibt verborgen. Sie ist so klein, dass sie in eine Hand passt, diese vermeintliche Gefahr und man wird sie nur einmal zu sehen bekommen: nachdem der unsichtbare Vogel gefangen wurde, nachdem er ertränkt wurde. Ein Beweisfoto, post mortem. Nur der Fotofilm vermag das bunte Federkleid abzulichten. Dann, wenn das Lied bereits verstummt ist. (THE CATCHER)

Der Vorhang hebt sich. Da stehen sie, die Würdenträger, aufgereiht vor einer zwanghaft hellblau-heiteren Fototapete. Auf ihren Köpfen tragen sie stolz die roten Ehrenkäppis, die sie von der Regierung verliehen bekommen. Für Geschichte, Ehre und Hoffnung stehen sie, die Käppis und die Menschen, wohl in dieser Reihenfolge. Man darf stolz auf diese Ehrung sein, versichert die grelle Propaganda des chinesischen Staatsfernsehens, die durch das kleine Arbeiterlokal plärrt. Der Herr am Tresen dreht den Ton noch lauter, er möchte jedes Wort hören. Vor ihm steht ein Glas heißes Wasser – so heiß, dass es dampft und man es kaum berühren möchte. Der Herr aber ist schon älter, ihm wurde schon viel vorgesetzt und es schreckt ihn nicht mehr, kochend heißes Wasser zu trinken. Denn heißes Wasser trinken zu können, verlängert bekannterweise das Leben. (BOILING POINT)

Ein Blick hinter die Fassade der Realität: Wo Kamerabild und Wirklichkeit verschwimmen, warten 52 internationale Wettbewerbsfilme darauf, entdeckt zu werden.

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Kaylee Hord, eine 17-jährige Influencerin, die lustige Videos macht, ist das neueste Mitglied eines beliebten TikTok-Content-Hauses, wo sie darum kämpft, dazuzugehören und die Miete zu bezahlen.

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